Projektbeschreibung
Kauergasse, Wien
Das oben abgebildete Foto zeigt die STREBEL Grauwasser-Verwertungsanlage im Keller eines sanierten Gründerzeithauses in der Kauergasse. Im Zuge der Sanierung wurde der Übergang von dezentralen Gasthermen auf eine zentrale Lösung umgesetzt – verbunden mit einem innovativen Schritt in Richtung Energie- und Ressourceneffizienz.
Die Anlage bereitet täglich rund 6.000 Liter Grauwasser auf. Dieses „Grünwasser“ ersetzt wertvolles Trinkwasser bei der Toilettenspülung und wird zusätzlich für die Bewässerung genutzt. Parallel wird die im Grauwasser enthaltene Wärme vollständig zur Warmwassererzeugung zurückgewonnen – das reduziert den Energiebedarf für Warmwasser um bis zu 80 %.
Ein großer Vorteil ist die Lösung einer typischen Grauwasser-Problematik: das Wasser fällt nicht gleichmäßig an, sondern „willkürlich“ – je nachdem, wann die Bewohner duschen oder Wäsche waschen. Durch die Kombination aus Speicher und intelligenter Systemsteuerung steht dennoch jederzeit ausreichend Nutzwasser und Wärmeenergie zur Verfügung.
Darüber hinaus kühlt die Anlage das Wasser auf rund 8 °C ab. Diese Kälte steht kontinuierlich bereit und kann zur Teilklimatisierung des Gebäudes genutzt werden – etwa um Dachgeschosswohnungen im Sommer bewohnbar zu machen. Über die im obigen Anlagenfoto links sichtbare weiß-rote Wasser/Wasser-Wärmepumpe wird diese Temperaturdifferenz zusätzlich in nutzbare Energie umgewandelt. Damit gewinnen wir – bildlich gesprochen – sogar aus „Altwasser“ noch Energie, Sommer wie Winter.
Die Kauergasse ist damit ein Vorzeigeprojekt, wie sich historische Substanz mit zukunftsweisender Gebäudetechnik verbinden lässt – nachhaltig, ressourcenschonend und praxisnah im Alltag.
